Gut zu wissen, was Sie können müssen und was Ihre Entscheidungen beeinflusst

Gut zu wissen, was Sie können müssen und was Ihre Entscheidungen beeinflusst

In unserer neuen Arbeitswelt werden Hierarchien abgebaut und den Mitarbeitern mehr Mitsprachemöglichkeiten eingeräumt. Das verändert die Rolle von Abteilungsleiter und Teamleader.

Unterstützen statt delegieren, moderieren statt managen.

Von oben nach unten zu führen hat ausgedient. Wer (weiterhin) Verantwortung übernehmen möchte, braucht heute neue Fähigkeiten. Einer Meta-Studie des Frankfurter Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ) zufolge werden folgende Skills besonders benötigt:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Talent zum Netzwerken
  • Entscheidungsfähigkeit

Für Sie als Verantwortlicher wird Empathie als Schlüsselkompetenz (noch) wichtiger werden. Es gilt, Intuitionen wahrnehmen – sprich Ihr Bauchgefühl in Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Wie kann die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen gestärkt werden?

Im Entscheidungsprozess werden Informationen gesammelt, ausgewertet und gegeneinander abgewogen. Die Praxis zeigt: Kaum jemand ist in der Lage, über alle benötigten Informationen zu verfügen – geschweige denn, diese vollständig zu überblicken. Es hilft dem Entscheidungsträger, wenn er von seinem Team unterstützt wird.

Wie können Sie Ihr Team in Handlungsbereitschaft versetzen?

Indem Sie ihm die richtigen Arbeitsbedingungen bieten und ausreichend Freiräume schaffen. So leisten Sie einen Vertrauensvorschuss, der voraussichtlich durch pro-aktives Mitdenken und Zuarbeiten belohnt wird. So lassen sich fundierte Entscheidungen treffen, ohne Informationsdefizite zu befürchten. Außerdem werden Ihre Entscheidungen von allen Beteiligten mitgetragen.

Wie Wünsche unser Gehirn bei Entscheidungen beeinflussen?

Verhaltensforscher des Max-Planck-Instituts haben herausgefunden, wie und warum sich unsere Wünsche auf eine Entscheidung auswirken. Die Wissenschaftler maßen Gehirnaktivitäten von Probanden, die aus verschiedenen Szenarien eines auswählen sollten. Darunter war ein von ihnen präferiertes, für das sie sich dann auch entschieden.

Welche Erkenntnisse liefern die neuen Forschungs-ergebnisse?

Es zeigte sich, dass diese Entscheidung die Hirnregion aktivierte, die besonders stark auf Belohnungen wie Essen oder Geld reagiert. Bemerkenswert ist, dass das gewünschte Szenario auch dann gewählt wurde, wenn eine andere Entscheidung objektiv ratsamer aber weniger wünschenswert war.

Wie stark lassen Sie sich im Alltag von Ihren Wünschen leiten?

Als Führungskraft entscheiden Sie täglich über viele Dinge. Entscheidungen werden jedoch nicht nur auf Basis relevanter Informationen – also rein rational – getroffen, sondern sie basieren auch auf Erfahrungen und Emotionen. Ebenso redet auch die Intuition im Entscheidungsprozess ein Wörtchen mit.

Was bedeutet das Forschungsergebnis für den Führungsalltag?

Es kann bei wichtigen Entscheidungen problematisch werden, wenn Sie sich Ihrer fehlenden Objektivität nicht bewusst sind. Insbesondere in Personalentscheidungen gilt es, genau hinzuschauen, ob der Wunschkandidat wirklich die beste Wahl ist oder ob unsere Präferenz möglicherweise von sozialer Ähnlichkeit (Geschlecht, Ausbildung, Vorlieben) rührt. Auch in Marketing- oder Produktentscheidungen gilt es aufzupassen, ob unsere Entscheidung zu sehr durch unseren persönlichen Geschmack beeinflusst ist.

Die Entscheidung für eine Sache, die unser Unterbe-wusstsein präferiert, scheint wie eine Belohnung zu wirken.

Machen Sie sich bewusst, dass zwar der Belohnungseffekt ausbleiben kann, wenn die von Ihnen präferierte Entscheidung nicht getroffen wird. Möglicherweise wird sich diese aber im Nachhinein als die Bessere herausstellen. Und dann kommt die Belohnung nachgelagert.

Nehmen Sie sich vor wichtigen Entscheidungen Zeit, um Ihre Wünsche zu reflektieren und wägen Sie Vor- und Nachteile ab. Gerne stehe ich Ihnen dabei als Sparringspartnerin zur Verfügung.