Was hinter der Konfliktursache Geiz steckt

Was hinter der Konfliktursache Geiz steckt

Ob „Der Geizige“ von Moliere oder Disneys Dagobert Duck: Die meisten von uns werden eine Figur vor Augen haben, wenn die Sprache auf Geiz kommt. Das Verhalten geiziger Menschen wird in der Literatur oder Gesellschaft häufig überzeichnet dargestellt. Der Forschung zufolge sind Geizige aber eher traurige, einsame und auf sich selbst fixierte Menschen.

Geiz kann Beziehungen nachhaltig schädigen

Wie wirkt sich Geiz auf Beziehungen im Arbeitskontext aus? Ich habe einen Fall vor Augen, in dem ein solches Verhalten einer Partei die Konfliktursache war, mit dessen Klärung ich beauftragt wurde.

Zur Vorbereitung der ersten Sitzung befasste ich mich näher mit den Ursachen, die geizigem Verhalten zugrunde liegen. Dabei bin ich auf folgende Thesen gestoßen:

Der Umgang mit Geld, spiegelt sich häufig im Umgang mit Gefühlen wider – sprich großzügige Menschen zeigen auch Gefühle großzügiger. Geizige können eher gefühlsarm wirken.

Einer anderen These zufolge manifestiert sich übertrieben sparsames Geldausgeben durch sogenanntes Modell-Lernen in der Kindheit:

Wenn Eltern das Geld sehr zusammenzuhalten, dann tun es ihnen Kinder später meist gleich.

Auch Krisenzeiten, in denen finanzielle Mittel sehr begrenzt sind, können sich im Unterbewusstsein manifestieren und den Umgang mit Geld ein Leben lang prägen. Wer klamme Zeiten erlebt hat, hat auch dann Angst vor dem Geldausgeben, wenn er finanziell gut gestellt ist. Ich stellte mir die Frage:

Ist es möglich, geiziges Verhalten zu ändern?

Grundsätzlich kann jedes Verhalten modifiziert werden, wenn die betreffende Person dazu bereit ist. Allerdings soll es in der Konfliktklärung nicht um vordergründige Kompromisse oder einseitige Lösungen gehen. Das ist weder nachhaltig noch umsetzbar.

Wie kann ein Lösungsvorschlag aussehen?

Zuallerst geht es darum, die Sichtweise des jeweils anderen zu verstehen. Und zwar so, dass kein Verhalten be- oder verurteilt wird. Dazu bekommt jede Partei ausreichend Zeit, um seine Einstellung zu Geld darzustellen und wie er sich die Geldverwendung wünscht. Es ist verständlich, dass einem der eigene Umgang mit Geld natürlicher und richtiger erscheint. Dennoch gilt es die Einstellung des anderen zu würdigen und zu wertschätzen. Ausgewogene Sparsamkeit kann genauso wichtig sein wie Großzügigkeit. Es sollte nicht per se verurteilt werden. Es kommt auf das Ziel, sprich was mit dem gezeigten Verhalten erreicht werden soll, an. Da die heraugearbeiteten Interessen der Konfliktparteien Deckung zeigten – die Zusammenarbeit soll fortgeführt werden-, konnte sich auf eine Ausgabensumme verständigt werden.

Sie suchen nach einer Konfliktlösung oder möchten Ihre Konfliktkompetenz stärken? Rufen Sie mich an, ich bin für Sie da.