Wie Mitarbeiterbindung in Krisenzeiten gelingt

Wie Mitarbeiterbindung in Krisenzeiten gelingt

Praxisbeispiel

Ein mittelständisches Unternehmen der Lebensmittel-Branche wurde von der Corona-Krise kalt erwischt, weil bislang niemand Erfahrung mit der Führung von Mitarbeitern im Homeoffice hatte. Ich habe den Personalentwickler dabei unterstützt, Antworten zu finden auf Fragen wie: Worauf kommt es für Führung in schwierigen Zeiten (und virtuellen Teams) an? Welche Führungsprinzipien gelten? Wie schafft man es, die Krise als Chance zu nutzen?

Folgende – auch für Sie nützliche – Impulse konnte ich ihm mitgeben, bevor wir konkrete individuelle Handlungsschritte erarbeitet haben:

Niemand hat geahnt, wie groß diese Krise im Frühjahr 2020 ausfallen wird. Was wir aber wissen: Jede Krise ist irgendwann vorbei – und dann brauchen Sie Ihre Mitarbeiter. Auch in dieser Krise gelten die gleichen Prinzipien für Führung in schwierigen Zeiten: Empathie und Berechenbarkeit. Das meint:

  • die Signale, die Sie an Ihre Mitarbeiter senden
  • die Werte, die Sie durch Ihre Handlungen zum Ausdruck bringen
  • als Führungsperson in der Lage zu sein, sich in die private und berufliche Situation des Mitarbeiters hineinversetzen zu können

Konkret auf diese beispiellose Krise bezogen, sollten Sie sich fragen: Überlassen Sie es den Mitarbeitern, wie sie ihr Homeoffice mit Kindern organisieren – so nach dem Motto: „Kümmert euch darum, dass das funktioniert“? Oder zeigen Sie Verständnis für die herausfordernde Situation und bieten Sie größtmögliche Flexibilität und Unterstützung an? Der zweite Weg ist deutlich klüger, denn insbesondere in Zeiten fundamentaler Veränderung braucht es verständnisvolle und nahbare Führung.

Studien zeigen, dass Führungspersonen, denen es an Empathie fehlt, in Krisenzeiten in ihrem eigenen Kosmos verschwinden. Sie sind für die Mitarbeiter nicht mehr erreichbar.

Nur wer empathisch durch Krisen führt, erhöht die Mitarbeiterbindung.

In Krisenzeiten wird ein gemeinsames Ziel verfolgt – die Krise möglichst schnell und unbeschadet zu überwinden. Diese Gemeinsamkeit fördert den Teamgedanken „zusammen schaffen wir etwas“. Führungspersonen, denen es gelingt, in schwierigen Zeiten Zuversicht auszustrahlen und Orientierung zu geben, wird es durch eine hohe Mitarbeiter gedankt. Als Nebeneffekt erhöhen sich die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen sowie die Wahrscheinlichkeit, falls notwendig, auch die anstrengendn Extrameilen zu gehen.

Warum es berechenbare Führung braucht

Aufmerksamkeit richtet sich – nicht nur in Krisenzeiten – von unten nach oben. Auch hier ist die Studienlage klar: Mitarbeiter beobachten ihren Vorgesetzten in schwierigen Zeiten ganz genau. Sie sind sensibilisiert für Körpersprache und neigen dazu, Verhalten zu deuten. Je größer die wahrgenommene Bedrohung durch eine Krise ist, desto genauer werden Mitarbeiter Sie als Führungsperson beobachten.

Studien zeigen: Alles was Sie als Führungsperson tun, es die Mitarbeiter aber nicht richtig deuten können, interpretieren diese so, dass ihnen etwas Schlechtes bevorsteht.

Deshalb ist Klarheit so wichtig. Sagen Sie genau, was Sie wissen oder auch nicht wissen.

Handeln Sie so, dass kein Interpretationsspielraum bleibt. So wirken Sie der Verunsicherung entgegen.

Regeln und Rituale fördern Vertrauen und Klarheit

Wichtig ist auch, den Mitarbeitern bei jeder Veränderung zu erklären, warum die Maßnahme notwendig ist. Daneben hilft es, neue Regeln und Rituale einzuführen – das fördert ebenfalls Ihre Berechenbarkeit und die Klarheit im Team. Außerdem macht es den Alltag für alle Beteiligten planbarer. Als Schlüsselkompetenz in Krisenzeiten dient eine klare und ehrliche Kommunikation.

Es gilt:

  • viel zu erklären
  • auf Fragen zu antworten
  • sich Zeit für die Mitarbeiter zu nehmen – auch wenn viele andere Entscheidungen zu treffen sind.

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, Haltung zu zeigen, um den Mitarbeitern Halt zu geben – und ihnen aktiv zuhören.

Wie gut gelingt es Ihnen, empathisch und berechenbar zu führen? Kommen Sie gerne auf mich zu, dann können wir darüber sprechen.

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